Datenschutz

31. Juli 2019 Aus Von Christian Allner

Datenschutz ist der Schutz vor Missbrauch personenbezogener Daten eines Menschen. Jeder Mensch darf selbst und frei über seine Daten verfügen und entscheiden.

Der Datenschutz ist in der Europäischen Union verankert in Artikel 7 und 8 der EU-Charta der Grundrechte und in Deutschland als Recht auf informationelle Selbstbestimmung, welches aus verschiedenen Gesetzen und Gerichtsurteilen entstand.

Geschichte

Seit 1977 gibt es das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG), doch erst 1983 wurde vom Bundesverfassungsgericht ein Datenschutz-Grundrecht erlassen: das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Im sogenannten „Volkszählungsurteil“ von 1983 hat das BGH beschlossen, dass aus den ersten beiden Grundgesetzartikeln das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ausfließt.

Schutz der Menschenwürde (Artikel 1, GG)

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Allgemeines Persönlichkeitsrecht (Artikel 2, GG)

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Recht auf informationelle Selbstbestimmung

Dies ist das Recht des Einzelnen, grundsätzlich selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner personenbezogenen Daten zu bestimmen. Personenbezogene Daten sind alle Informationen, welche es erlauben, einen Nutzer eindeutig zu identifizieren. Dazu zählt bereits die IP-Adresse. Diese Daten sind besonders schützenswert.

Aus dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung ergeben sich weitere Rechte für jeden deutschen Bürger:

  • Auskunft über Speicherung personenbezogener Daten

  • Auskunft über Quellen und Verwendungszweck

  • Korrektur falscher Daten

  • Beschwerde bei zuständiger Datenschutzbehörde

  • Löschung oder Sperrung der Daten

  • Verbot der Datenübermittlung an Dritte

Gefährdungen des Datenschutzes

Nach einer Befragung des Pew Research Institue glauben 91% der Erwachsenen, dass Verbraucher die Kontrolle darüber verloren haben, wie ihre persönlichen Daten von Unternehmen verwendet werden. 61% sagen sie würden gerne mehr tun, um ihre Daten zu schützen.

Organisationen wie Internet-Provider, Unternehmen wie Apple, Google oder Telekom und natürlich Geheimdienste wie die NSA, aber auch der BND, sammeln Daten über Internetnutzer. Allein durch Nutzung hinterlässt jeder User ständig Daten von sich im Internet. Seien es Apps oder soziale Medien, die unsere Schritte verfolgen oder Cookies, die heute praktisch durch jede Internetseite gespeichert werden. Man kann sich dem kaum noch entziehen, wenn man im Internet surfen möchte.

Linktipps

Volltexte – DER Datenschutzbeauftragte in Halle und Magdeburg

Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) Cookie-Richtlinie Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ePrivacy-Richtlinie Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) Telemediengesetz (TMG)